Bauchdeckenbruch

Für die Stabilität der Bauchdecke sind bindegewebige Muskelhäute und die Muskeln selbst entscheidend. Die Bauchdecke besteht jedoch aus unterschiedlichen biologischen Strukturen. Die Muskeln und die Muskelhäute spielen vor allem beim Stuhlgang, bei unterschiedlichen Körperbewegungen und bei der Atmung eine große Rolle. Weiterhin schützen sie die Baucheingeweide vor schweren Verletzungen. Sollte in den Bauchdecken eine Schwachstelle entstehen, dann kann es zu einem Bruch kommen. Dieser Bauchdeckenbruch entsteht, wenn der Druck im Bauchraum ansteigt. Dies geschieht wiederum, wenn wir schwer heben oder pressen. Der Bauchdeckenbruch wird dann auch als Hernie bezeichnet. Bauchorgane, wie Darm und Bauchfett stülpen sich auf und gelangen durch eine Lücke in der Bauchdecke nach außen.



Ursachen

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Allgemeine Bindegewebsschwächen können eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die direkte Druckerhöhung im Bauchraum kann entscheidend sein. Mit zunehmender Fettleibigkeit wird sich der Druck immer mehr erhöhen. Bei einer Schwangerschaft ist das Risiko daher erhöht. Körperliche Anstrengungen, wie das Heben und Tragen schwerer Gegenstände, stellt ebenso einen Risikofaktor dar. In der Regel treten Bauchdeckenbrüche an mechanischen Schwachstellen auf, die teilweise angeboren und teilweise neu erworben sind. Zu den angeborenen Schwachstellen zählt der Nabel und der Leistenkanal. Der Nabel ist die ehemalige Durchschnittsstelle der Nabelschnur und der Leistenkanal ist die Durchschnittsstelle des Mutterbandes bei Frauen oder des Samenstranges bei Männern. Die Narbe, die nach einer Operation am Bauch entsteht, wird als wichtigste erworbene Schwachstelle angesehen. Nach absolut jedem Bauchschnitt entsteht eine Schwächung der Bauchdecke. Dazu können dann Faktoren, wie Stoffwechselerkrankungen, Fettleibigkeit oder Fehlheilung hinzukommen, die somit einen Narbenbruch der Bauchdeckenbruch verursachen.

In jedem Jahr werden in der Bundesrepublik etwa 50.000 Bauchdeckenbrüche operiert, die auf Narben zurückzuführen sind. Diese Operation hat also einen hohen ökonomischen und klinischen Stellenwert, zumal sie besonders schwierig auszuführen ist. Weiterhin ist sie aufgrund der Notwendigkeit zum Einsatz eines großes Netzes besonders teuer.

Hernien können absolut jeden betreffen. Sie bilden sich an den verschiedensten Stellen der Bauchdecke. Im Hinblick auf das Geschlecht tritt eine unterschiedliche Verteilung auf. In der Schenkelgegend haben eher Frauen Probleme mit Hernien. Dafür zeigten sich jedoch 80 Prozent aller Leistenbrüche bei Männern. In manchen Fällen konnten familiäre Zusammenhänge beobachtet werden. Es steht jedoch fest, dass Bauchdeckenbrüche junge und alte, dicke und dünne oder auch sportliche und unsportliche Menschen betreffen können. Es gibt also keine Möglichkeit Hernien vorzubeugen.



Symptome

Ein Bauchdeckenbruch könnte sich durch Schmerzen und Ziehen äußern. Diese Schmerzen treten jedoch besonders bei Belastung auf. Auch Vorwölbungen und ein ständiges Druckgefühl begleitet Erkrankte. Es kann zu Einklemmungen des Bruchinhaltes kommen, sodass eine lebensbedrohliche Situation entsteht. In diesem Fall muss direkt operiert werden. Zur genauen Diagnostik ist neben dem Ultraschall und der klinischen Untersuchung ein CT wichtig, vor allem um die Größe des Bruches feststellen zu können.

Therapie

Je kleiner der Bruch, umso einfach kann die Operation durchgeführt werden. Bei einem Bruch, der eine Bruchlücke von 2 oder 3 cm vorweist, wird in der Regel zur Bauchdeckenverstärkung ein Kunststoffnetz eingesetzt. Bei alleinigem Nahtverschluss der Lücke ist die Gefahr für einen erneuten Bruch zu hoch. Die Operationsmethode ist entweder laparoskopisch oder offen. Sollte es sich um einen Bruch handeln, der aufgrund einer Narbe entstand, dann reicht es nicht aus, wenn nur die gesamte Narbe mit dem Netz verstärkt wird. Das Netz muss alle Lücken um mindestens 4 oder 5 Zentimeter überlappen. Nur dann kann ein Rückfall in den meisten Fällen vermieden werden.

Langzeiterfolge

Leider existiert nach einer Operation eines Bauchdeckenbruches nach wie vor eine hohe Rezidivquote. Es konnten zwar in einigen Krankenhäusern schon niedrige Quoten von unter einem Prozent erzielt werden, jedoch muss diese Qualität weiterhin gesteigert werden. Daher laufen auch bereits einige Studien, die Faktoren eines langfristigen Erfolges ermitteln sollen.